Vor Spanien liegt noch ein weiter Weg, um die Versprechen im Kampf gegen den Klimawandel zu erfüllen. Das Erreichen dieses Ziels hängt von den eingeleiteten Maßnahmen der Behörden ab, doch es geht noch weiter.

Jeder von uns kann ein Vertreter des Wandels werden und eben im Alltag respektvoller mit der Umwelt umgehen, um eine umweltfreundlichere Welt zu gestalten.

Dieses Ziel mag als unerreichbar erscheinen, doch schon mit kleinen einfachen Dingen können Sie sehr viel dazu beitragen. Sie können vermeiden, das Wasser unnötig lange laufen zu lassen oder das Auto zu benutzen, wenn Sie den Weg auch zu Fuß beschreiten können. Sie möchten etwas für die Umwelt tun?

Das können Sie mit sieben nachhaltigen Gewohnheiten lernen, die ab sofort umsetzbar sind. Ganz bewusst mit Ausdauer und Freude an der Sache können Sie diese Welt gerechter und nachhaltiger gestalten.

  1. Wasser, ein knappes Gut: Drehen Sie den Hahn zu!

Wussten Sie, dass mehr als 660 Millionen Menschen (die Bevölkerungszahl von Deutschland multipliziert mit acht) keinen ausreichenden Zugang zum Wasser haben? Mit dieser Tatsache im Hinterkopf fällt es Ihnen vielleicht schwerer, das Wasser laufen zu lassen, während Sie den Abwasch machen oder sich duschen. Damit Sie eine Vorstellung von einem bewussten Umgang durch rechtzeitiges Abstellen des Wassers bekommen, erklären wir es Ihnen anhand eines Beispiels:

Bei jedem Zähneputzen verschwinden im Abfluss bis zu zwölf Liter pro Minute. Benutzen Sie bei diesem so alltäglichen Vorgang ein gefülltes Glas Wasser anstatt den Hahn laufen zu lassen. Sie werden Ihren Konsum nach einem Monat soweit reduziert haben, dass das eingesparte Wasser für das Zähneputzen einer ganzen Familie über Jahrzehnte reichen wird. Stellen Sie sich nun vor, dass Sie diese Gewohnheit ausweiten: das Wasser während des Einseifens in der Dusche oder beim Geschirrspülen nicht laufen lassen, die Toilette nur bei Bedarf abziehen… So sparen Sie täglich dutzende Liter eines so knappen Gutes.

2. Nachhaltiger Energiekonsum

Ein Bad oder eine Dusche bedeuten einen Wasserkonsum zwischen 50 und 300 Litern, wozu dann auch noch ein entsprechender Energieverbrauch kommt. Tatsächlich entspricht der Stromverbrauch für das Erhitzen des Wassers 45 eingeschalteten Fernsehgeräten.

20 % des Stroms wird in Spanien direkt in den Privathaushalten verbraucht. Das Verhalten zuhause hat also auch Auswirkungen außerhalb der eigenen vier Wände. Die Duschzeit kurz zu halten ist einer der Schritte, die auf das Sinken des Stromverbrauchs großen Einfluss haben. Doch da kann man noch mehr tun: ziel- und planlos den Kühlschrank öffnen und schließen bedeutet einen zusätzlichen Verbrauch; genauso die elektrischen Geräte auf Stand by eingeschaltet zu lassen oder sich weigern, Energiesparlampen zu verwenden. Beachtet man diese Aspekte im alltäglichen Leben, kann der Stromverbrauch nachhaltiger werden.

3.  Einkaufen für die Ernährung und nicht zum Wegwerfen

 In Spanien landen mehr als sieben Millionen Tonnen von Lebensmitteln im Mülleimer. Millionen von Menschen haben keinen Zugang zu Lebensmitteln. Diese Verschwendung ist nicht gerade respektvoll und ergibt kein gutes Bild über das Bewusstsein für Ressourcen, die erforderlich sind, bis die Produkte auf den Tisch gelangen. Auch fehlt die Bewusstheit für die durch lange Nahrungsmittelketten entstehende Kontamination. Wir alle können vermeiden, dass die letzte Stufe dieser Kette der Mülleimer ist.

Wir müssen nur bewusst einkaufen und konsumieren. Die Speisen zu planen und Teile der Produkte zu verwenden, die normalerweise weggeworfen werden, obwohl man diese für weitere Speisen nutzen kann, z. B. Schalen und Stengel, sind vorbildliche Vorgehensweisen, die ab sofort umgesetzt werden können.

Mehr als vier von zehn Tonnen verschwendeter Lebensmittel stammen aus privaten Haushalten. Um der Vergeudung entgegen zu treten, wäre es schon hilfreich, frische Produkte, Brot oder Getreideprodukte angemessen zu verwerten.

4.  Selbstversorgung ohne Kilometergeld: ein heimischer Gemüsegarten?

 Wenn Sie neben dem Kontrollieren des weggeworfenen Essens zu einem Fortschritt in der Nahrungsmittelsouveränität beitragen möchten, haben Sie zahlreiche Gelegenheiten in Ihrer unmittelbaren Umgebung oder sogar in Ihrem Zuhause.

Mieten Sie einen nahegelegenen Schrebergarten oder warum nicht auch vertikale Gärten in Ihrer Wohnung anlegen? So können Sie die Lebensmittel mit dem beruhigenden Wissen essen, dass sie nicht mit chemischen Mitteln behandelt wurden und setzen damit die Saat für einen grünen Wandel von der Landwirtschaft hin zur Selbstversorgung ohne Kilometergeld. Mit diesem Verhalten tragen Sie zur Reduzierung des Kohlenstoffausstoßes bei, da Sie viele bisherige Wege einsparen, beispielsweise jene, die durch den Transport entstehende enorme Kontamination auslösen, um auf Ihren Tisch zu gelangen. Sie wissen nicht, wie Sie anfangen sollen? Hier finden Sie zahlreiche Ideen für einen vertikalen heimischen Garten.

Schrebergarten Foto: Lalobiozar

5.Benötigen Sie mehr Kleidung?

Das gleiche Prinzip der Lebensmittel im Alltag können Sie auf den verantwortlichen Verbrauch in anderen Bereichen ausdehnen, um einen höheren Beitrag zu einem nachhaltigen Lebensstil zu leisten. Es ist SSV und Sie wollen neue Kleidung kaufen, während sich die alte in Ihrem Kleiderschrank stapelt? Wenn dem so ist, überlegen Sie gut, was Sie wirklich brauchen und machen Sie es einfach anders. Ein Beispiel: Es werden 10.000 Liter Wasser verbraucht, um eine Jeans herzustellen.

Haben Sie immer noch Lust, sich neu einzukleiden? Sie können doch genauso gut auf nachhaltige Mode setzen.

 

6. Über Handys, Batterien und sonstige schädigende Objekte

Wenn Sie bereits verantwortungsbewusst konsumieren, wird es für Sie ein Leichtes sein, nicht sofort in den Laden zu stürzen, sobald ein neues Smartphone auf dem Markt ist, wenn Sie bereits ein funktionierendes Handy in der Hosentasche haben. Wenn Sie jedoch nicht widerstehen können, dann lassen Sie Ihr altes Handy nicht in einer Schublade versauern.

Kennen Sie jemanden, der es gebrauchen könnte? Geben Sie es demjenigen oder aber entsorgen Sie es entsprechend. Schließlich sind die Bestandteile teilweise aus Metallen und anderen belastenden Stoffen, die behandelt werden müssen. Dasselbe können Sie auch mit anderen Produkten tun, die sich bei Ihnen zuhause ansammeln, wie leere Batterien, die auch äußerst umweltschädlich sind.

7. Mehr Fahrrad und weniger Auto

Es gibt noch eine weitere Gewohnheit, die Sie in Ihre tägliche Routine einbauen können. Neben der umweltschonenden Wirkung tun Sie so auch etwas für Ihre Gesundheit. Nutzen Sie ständig für alles das Auto? Nehmen Sie stattdessen das Fahrrad oder gehen Sie zu Fuß. Das wird Sie beim Kampf gegen Bewegungsarmut unterstützen und gleichzeitig die Kontamination reduzieren, die in vielen Städten alarmierend ist.

Dieser stille Wechsel des Transportmittels, um zur Arbeit zu gelangen oder den Einkauf zu erledigen, wird Sie von der Liste der Personen streichen, die zur Luftverschmutzung beitragen und fügt Ihren Namen denen hinzu, die für eine bessere Luftqualität sorgen. Auf dem Spiel steht: Die Gesundheit derjenigen, die diese Luft atmen und letztlich der Planet selbst.

Es ist so einfach, diese Verhaltensänderungen zu verinnerlichen und Sie können sofort damit beginnen. Wenn Sie sich dagegen sträuben, weil Sie denken, dass dies kaum etwas ändern wird, dann bedenken Sie, dass sich Ihnen jemand anschließen wird und dann wieder jemand und noch jemand… Und so wird diese Spirale immer stärker, um die andere Spirale zu stoppen: die Spirale einer Welt ohne Wasser, mit Extremtemperaturen und mit erstickender Atemluft, die ohne rechtzeitige Veränderungen möglicherweise unbewohnbar wird.

 

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